Der Aal

 

 

Der Aal ist für uns Menschen ( Anglern ) immer noch ein ungelöstes Rätsel.


Bis heute hat ihm kein Mensch beim Laichen zugeschaut und bis heute gelingt auch noch keine

künstliche Nachzucht. 

Man weiß auch nicht genau, wie sich der Aal beim Wandern über Tausende

von Kilometern orientiert und warum seine Bestände so dramatisch abnehmen. 


Der Lebendszyklus ist bekannt :


Der Aal kommt im Westatlantik zur Welt , im Sargasso - See

Er schlüpft in 500 Metern Wassertiefe bei ca. 20° Grad warmen Wasser .

Seine erste Gestalt als Larve hat eine Weiden - Blattform.

Diese Weidenblattlarven werden mit dem Golfstrom nach Europa getragen. 

Es dauert drei Jahre bis sie unsere Küsten erreichen,erst die Nordsee dann die Ostsee.

Sie sind jetzt ca. 7 cm lang und noch durchsichtig man spricht deshalb von Glasaalen.

Nach einige Zeit im Brackwasser stellt sich ihr Stoffwechsel aufs Süßwasser um 

und sie können jetzt die Flüsse hochwandern.

Die Aale die die Flüsse hochwandern nennt man auch Steigaale.

Später werden sie wegen ihrer Bauchfärbung Gelbaale genannt und kommen in

 nahezu allen Europäischen Gewässern mit Verbindung zu Flüssen vor. 


Wenn der Aal sein Wahlgewässer gefunden hat , wachsen sie zu stattlichen Fischen heran.

Die Männchen werden bis 60cm und die Weibchen bis zu 150 cm lang.

Alles hängt von der Nahrung ab , ihr Wachstum , aber auch die Kopfform.

Wenn sich der Aal auf das Fressen von Kleinfischen spezialisiert geht der Kopf in die Breite.

( Spricht man von Breitkopfaalen ).

Hat er eher Krebse und Insekten auf den Speiseplan , ist die Kopfform spitz.

( Spricht man vom Spitzkopfaalen ).

Kapitale Aale von über 2 Kilo sind meist Breitköpfe.

Die Geschlechtsreife tritt bei den Männchen nach 6 bis 9 Jahren ein .

Bei den Weibchen erst nach 12 bis 15 Jahren .

Wenn beim Aal die Augen deutlich hervortreten , ihre Färbung einen silbrigen 

Schimmer bekommt und ihr After sich einzieht , dann sind sie zu Blankaalen

 geworden und sie treten den Rückweg zum Sargasso - See an.


Das ist der Normalfall.

 

Probleme.


Der Aal steht bei uns aber schon seit 1998 auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Unser Aal hat reichlich Feinde und die machen es ihm schwer zu überleben.

Die Kommerzielle Fischerei die die Glasaale vor den Küsten abfangen und als 

Delikatesse an die Asiaten verkaufen ( für teures Geld ).


Die zahlreichen Wasserkraftwerke die für die abwandernden Aale die sich mit 

der Strömung treiben lassen eine tödliche Falle darstellen.


Die Kormorane die sich so schnell vermehrt haben,dass man sie gar nicht mehr unter

 Kontrolle bekommt und für den Aal als Grundfisch eine leichte Beute darstellen.


Dann haben wir noch den Fadenwurm der aus Asien eingeschleppt wurde der beim 

Aal die Schwimmblase angreift.

Hinzu kommt noch die Umweltverschmutzung. Über die Nahrungskette lagern  sich die

 Schadstoffe im Fettgewebe ab sie können sein Erbgut schädigen und seine Fruchtbarkeit

  mindern , so das er den langen Weg zum Sargasso - See gar nicht mehr schafft.


Zu guter letzt vermuten einige Forscher das sich die Klimaveränderung auf die 

Laichwanderung negativ auswirkt.

Mittlerweile macht man sich Gedanken wie der Aal zu Retten ist : 

Es gibt einen Stufenplan der EU der vorsieht , dass ab sofort 35 % der gefangenen 

Jungaale , bis 2013 dann 60 % , von den Fischerreiflotten zurückgesetzt werden.


Meiner Meinung nach haben sich auch alle Bundesländer auf das Mindestmaß 

von 50cm geeinigt. ( ein Anfang )


 

                             Praktische Tips aus Holland.

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